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Der Koloss löste sich im Fall in Nichts auf - im ersten Moment ein gewaltiger Brocken Chitin und schnappende, malmende Kiefer, im nächsten Moment nur noch salziger Dunst in RIFT. Das Eis rund um den Altar der Arbeit wurde von seinem Blut glitschig.
Eine Handvoll Auserwählter hatte geholfen, die entsetzliche Gestalt niederzumachen. Die Skeptiker bedachten Kira mit einem kurzen Nicken und ritten davon, während die Wächter sich damit begnügten, wortlos davonzureiten. Wasserrisse bedeckten immer noch die Eisenkiefernregion, bis auf die höchsten Bergspitzen. Jemand musste sie schließen, oder die Ebenenbrut würde auch Stillmoor und die Mondschattenberge überfluten.
"Wir danken Euch vielmals für Eure Hilfe, Auserwählte”, sagte ein Hauptmann der Eiswacht, dessen Bergpatrouille das Schlachtfeld erreichte, als der Kampf schon halb vorrüber war.
Uriel schlenderte hinüber, während sie ihren Stab auf der Handinnenfläche balancierte, so wie sie es immer gerne tat, um sich nach einem Kampf zu entspannen.

Ein erster Anflug von Dämmerung verdunkelte bereits den Berggipfel, als die beiden Skeptiker sich dem Ende ihres Aufstiegs näherten. Uriel sprang von Felsen zu Felsen am Berghang entlang, ihre anmutige Gestalt wie vom Wind getragen. Mit jedem Sprung erklomm sie 20 Meter und verglichen mit Kira, die sich mühevoll voranschleppte, sah Uriel aus, als ob sie flöge.
Fast am Gipfel der Felswand angekommen, setzte Uriel zu einem letzten Sprung an. Kira sah ihr zu und beneidete sie um die geschmeidige Art, wie sie ihre Beine und ihren Rücken bewegte. Aber Uriel sprang ein wenig zu hoch und fiel außer Sichtweite auf dem Gipfel nieder.
Kira baumelte an den Fingerspitzen und fluchte vor sich hin. Ihre Füße fanden keinen Halt auf den Eisschollen auf der Klippe. Wäre sie nicht so leichtsinnig gewesen, wäre ihr das nicht entgangen. Und um dem Ganzen noch eins draufzusetzen, erschien ein grässlicher, weißer Yeti auf dem Gipfel und blickte finster nach unten.
Kira kramte eine Decke aus ihrem Beutel hervor und setzte sich neben Uriel auf den Stein. Sie legte die Decke um sie beide und saß so nah als möglich bei ihr, damit sie sich gegenseitig wärmten. Sie würden nicht sehr weit kommen, falls die Magierin an Unterkühlung starb.
Sie schrie auf, als der korpulente Kultist ihren Kopf in den eiskalten See stieß. Neunzehn Mal wurde ihr Kopf unter Wasser gehalten, und jedes Mal kam es ihr wie eine Ewigkeit vor. Bald konnte sie nicht mehr die Energie aufbringen, um den Mund geschlossen zu halten; Wasser drang in ihre Lungen und ließen sie augenblicklich zu Eis erstarren. Als sie unterging, wirbelte etwas Grässliches aus der kalten, schwarzen Tiefe auf sie zu.
Dann war die Hand auf einmal nicht mehr an ihrem Hinterkopf; rein instinktiv ließ sich Shiyesa rückwärts in den Schnee fallen und würgte eiskaltes Wasser hoch. Sie konnte kaum etwas sehen, aber sie hörte, wie die Kultisten völlig Amok liefen.
Sie rannten im Kreis und rissen an ihrer Kleidung und der Haut darunter. Ein Abgründiger hielt einen anderen bei den Hörnern seiner gesichtslosen Maske und rammte ihm seine eigene Maske in die Stirn. Shiyesa hörte Messing auf Messing knirschen und sah verschwommen, wie ein Kultist nackt und unter Gelächter den Hügel hinunterrannte.
Eine Maske schlug neben ihr auf dem Boden auf und ein verschrecktes Eichhörnchen grub sich seinen Weg darunter hervor. Doch der riesige Kultist, der Shiyesas Kopf unter Wasser gehalten hatte, ergriff das arme Tier und stopfte es sich in den Mund. Er kaute und lachte dabei wie ein Kind, das sich eine Nascherei schmecken ließ.
Shiyesa wusste, dass die Abgründigen verrückt waren, aber nicht so verrückt. Sie stieß sich ab, so gut sie konnte, aber der Kultisten-Anführer kroch hinter ihr her und packte ihren Knöchel mit einem knochenbrecherischen Griff. Sie hätte nie gedacht, dass sie jemals wieder schreien könnte, und schon gar nicht so laut.
Dann tauchte plötzlich eine Kelari-Frau hinter ihm aus dem Nichts auf und rammte ihm zwei Dolche in den Rücken wie eine unbeteiligte Gottesanbeterin. Die Kultisten waren verschwunden, und eine unter ihrer Decke zitternde Bahmi sprang hinter dem Felsvorsprung hervor, hinter dem sie sich verborgen hatte. Shiyesa sah, wie das verräterische Glühen der Beherrscher-Magie um die Finger der Bahmi schwächer wurde.